Heiden/Kreis Borken (drk-press). Richtfest am Mühlenquartier in Heiden: Im Frühjahr 2027, so der jetzige Zeitplan, werden dort an der Velener Straße vom Roten Kreuz im Kreis Borken 24 seniorengerechte, ambulante Wohneinheiten eingerichtet – das neue „Wohnen im Quartier“ in Heiden für Menschen mit demenzieller Erkrankung oder erhöhtem Pflegebedarf. DRK-Vertreter verfolgten das Richtfest, das wegen eines heftigen Regenschauers teilweise im Rohbau der neuen Wohn-WG stattfand.
Bauträger ist die L. Stroetmann Lebensmittel SE & Co. KG aus Münster. Heidens Bürgermeister Dr. Patrick Voßkamp schilderte kurz die Entstehung des Mühlenquartiers. Dafür hätten zuvor durchaus auch alte Zöpfe abgeschnitten werden müssen. Das Konzept Quartiersentwicklung sei innerhalb von vier Jahren in „einer Wahnsinnsgeschwindigkeit umgesetzt“ worden, lobte der Bürgermeister und dankte allen Beteiligten. 13.000 Quadratmeter Fläche inklusive eines neuen Einkaufszentrums seien vermakelt worden.
Oberhalb des Einkaufszentrums werden 24 Wohnungen für Menschen mit Demenz oder besonderem Pflegebedarf entstehen, berichtet Susanne Biallas, Bereichsleiterin Pflege beim Roten Kreuz im Kreis Borken, in einer DRK-Pressemitteilung anlässlich des Richtfestes. Ein erster Informationsabend hat bereits Ende vergangenen Jahres stattgefunden, der nächste soll bald folgen.
„Mit großer Wertschätzung in Würde alt werden“
„Mit großer Wertschätzung in Würde in Gemeinschaft alt werden“: Das ist demnach kurz zusammengefasst das Konzept des Roten Kreuzes im Kreis Borken als Träger der Wohneinheiten für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner. „Gemeinsam gegen die Einsamkeit. Das ist sicherlich ein neues Lebenskonzept für Heiden“, erklärt Biallas.
Ambulante Pflege als Kernkompetenz in Heiden
Das DRK im Kreis Borken ist seit Jahrzehnten in der ambulanten Pflege tätig und baut mit dem Projekt in Heiden seine Kernkompetenz weiter aus. Neben der täglichen Pflege bietet das Rote Kreuz umfassende Unterstützungsleistungen an, um Menschen zu ermöglichen, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben. Dazu gehören:
- Ambulante Pflegeleistungen durch qualifizierte Pflegefachkräfte.
- Kostenlose Wohn- und Pflegeberatung – neutral und unabhängig.
- Hausnotrufsysteme, die Sicherheit im Alltag bieten.
- Unterstützung für Angehörige durch Entlastungs- und Beratungsangebote.
„Erst wenn alle ambulanten und unterstützenden Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommen unsere spezialisierten Wohngemeinschaften als Alternative zur vollstationären Versorgung ins Spiel“, betont Biallas.
Das Rote Kreuz im Kreis Borken hat seit mehr als 15 Jahren Erfahrungen in der Führung von Wohngemeinschaften für diese Lebensgruppe – ausnahmslos gute. Das DRK betreibt sie in Burlo, Südlohn, Vreden, Epe und Gronau.
Fertigstellung im Frühjahr 2027
In Heiden werden die zwei ambulanten, zusammengehörenden Wohngemeinschaften mit je zwölf Einheiten voraussichtlich im Frühjahr 2027 fertiggestellt werden, so die Planungen. Zu jeder Einheit gehören eigene Apartments, die individuell eingerichtet werden können sowie eine dazugehörige behindertengerechte Dusch-/Nasszelle. Die Menschen werden von DRK-Pflegekräften betreut und vom ambulanten Pflegedienst unterstützt.
„Wir leben den Alltag“
Susanne Biallas: „Alle Bewohnerinnen und Bewohner verfügen über ein eigenes Zimmer als privaten Rückzugsort. Ergänzend stehen großzügige Gemeinschaftsräume zur Verfügung, in denen gemeinsame Aktivitäten, gesellige Treffen und Mahlzeiten stattfinden.“ Das Essen werde jeden Tag gemeinsam mit Hauswirtschaftskräften in der Küche zubereitet. Wer möchte und sich dafür fit fühle, könne mithelfen: „Wir leben den Alltag“, sagt Susanne Biallas. Zum bewährten DRK-Konzept gehört es zudem, dass Angehörige ihre Liebsten so oft besuchen oder mit ihnen den Tag verbringen können, wie sie möchten. Gerade für Familien von früherkrankten Menschen spielt die enge Einbindung in den Alltag eine besonders wichtige Rolle.
Frühzeitige Anmeldung empfohlen
Bei Interesse für einen der 24 zur Verfügung stehenden Wohnungsplätze wird vom Roten Kreuz eine frühzeitige Anmeldung empfohlen. Weitere Informationen – auch für Angehörige betroffener Menschen mit Demenz oder erhöhtem Pflegebedarf – gibt es auf der DRK-Webseite
