Altkleidercontainer: Fragen und Antworten

Überfüllte Altkleidercontainer sorgen derzeit immer wieder für Fragen und Unverständnis. Wir als Rotes Kreuz im Kreis Borken nehmen die Situation sehr ernst und bemühen uns, unsere Container regelmäßig zu leeren und die Sammlung aufrechtzuerhalten.

Wir wissen, dass überfüllte Container für Bürgerinnen und Bürger ärgerlich sind, insbesondere dann, wenn gut erhaltene Kleidung ordnungsgemäß abgegeben werden soll. Gleichzeitig möchten wir transparent darüber informieren, warum sich die Situation bei der Altkleidersammlung in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft hat und warum wir als gemeinnütziger Träger inzwischen an Grenzen stoßen.

Was ist das Problem?

Die Situation bei der Altkleidersammlung hat sich insgesamt stark verändert: Durch Fast Fashion und veränderte Konsumgewohnheiten gelangt immer mehr Kleidung in den Kreislauf. Gleichzeitig ist die Qualität vieler Textilien schlechter geworden. Immer mehr gewerbliche Anbieter ziehen sich zudem aus der Altkleidersammlung zurück, weil sich Sammlung, Transport und Verwertung wirtschaftlich zunehmend schwieriger darstellen.

Auch vor Ort gibt es zusätzliche Herausforderungen: Der Anteil an Fremd- und Restmüll in den Containern nimmt zu. Das erschwert und verlangsamt die Sammlung erheblich und stellt eine zusätzliche Belastung für unsere Mitarbeitenden dar. Denn je mehr Zeit für das Aussortieren und Entsorgen von Müll benötigt wird, desto weniger Zeit bleibt für die eigentliche Leerung der Altkleidercontainer. Ohne diesen zusätzlichen Aufwand könnten unsere Mitarbeitenden in derselben Zeit mehr Container leeren und schneller auf volle Container reagieren.

Mit den folgenden Antworten möchten wir die wichtigsten Fragen rund um unsere Altkleidercontainer transparent beantworten.

Was ist eigentlich „Fast Fashion“?

Mit „Fast Fashion“ ist gemeint, dass Kleidung heute sehr schnell und in großen Mengen produziert und verkauft wird. Modetrends wechseln häufig, neue Kollektionen kommen in kurzer Zeit auf den Markt und Kleidung wird dadurch oft schneller aussortiert.

Das führt insgesamt zu mehr Textilien, die gesammelt, sortiert und verwertet werden müssen. Gleichzeitig sind viele Kleidungsstücke von geringerer Qualität und daher nicht mehr für eine Wiederverwendung geeignet.

Warum ist mein Altkleidercontainer voll, obwohl er regelmäßig geleert wird?

Unsere Altkleidercontainer werden grundsätzlich wöchentlich geleert. Trotzdem kann ein Container bereits vor dem nächsten Leerungstermin voll sein – insbesondere dann, wenn an einem Standort besonders viele Textilien abgegeben werden.

Wir bemühen uns, auf Hinweise zu überfüllten Containern möglichst schnell zu reagieren. Unsere personellen und logistischen Kapazitäten sind jedoch begrenzt.

Wichtig: Ein voller Container bedeutet deshalb nicht automatisch, dass er nicht regelmäßig geleert wird.

Warum gibt es derzeit generell mehr volle Altkleidercontainer?

Die gesamte Altkleidersammlung steht zunehmend unter Druck. Durch Fast Fashion wird mehr Kleidung gekauft und schneller wieder aussortiert. Gleichzeitig ist ein größerer Teil der Textilien qualitativ schlechter und nicht mehr für eine Wiederverwendung geeignet.

Hinzu kommt, dass sich immer mehr gewerbliche Anbieter aus der Sammlung zurückziehen, weil sich das System unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich zunehmend schwieriger betreiben lässt.

Dadurch verändern sich die bisherigen Sammelstrukturen und die vorhandenen Angebote werden stärker genutzt.

Warum dauert die Leerung manchmal länger?

Unsere Mitarbeitenden finden in den Containern zunehmend Dinge, die dort nicht hineingehören – zum Beispiel Essensreste, Spielzeug, Plastik und Verpackungen, Pampers oder anderen Restmüll. Auch neben den Containern werden immer wieder Säcke und andere Abfälle abgestellt.

Diese Dinge müssen bei der Leerung zunächst aufwendig aussortiert und gegebenenfalls separat entsorgt werden. Teilweise werden dadurch auch Kleidungsstücke verschmutzt und können nicht mehr weiterverwendet oder verwertet werden.

Das hat direkte Auswirkungen auf unsere Leerungen: Je mehr Müll und andere Gegenstände wir aus den Containern und ihrem Umfeld entfernen müssen, desto länger dauert der einzelne Einsatz. Die zusätzliche Zeit fehlt uns bei anderen Standorten.

Anders gesagt: Wenn unsere Mitarbeitenden weniger Zeit mit dem Aussortieren und Entsorgen von Müll verbringen müssten, könnten sie in derselben Zeit mehr Altkleidercontainer leeren und schneller auf volle Container reagieren.

Deshalb hilft es uns sehr, wenn in den Altkleidercontainern tatsächlich nur saubere, tragbare Kleidung in gut verschlossenen und zugebundenen Beuteln landet.

Was gehört in den Altkleidercontainer?

Was gehört in den Altkleidercontainer?

In den Altkleidercontainer gehören grundsätzlich saubere und tragbare Textilien, die noch für eine Wiederverwendung oder Verwertung geeignet sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • gut erhaltene Kleidung
  • Jacken, Mäntel und Hosen
  • Pullover, T-Shirts und Hemden
  • gut erhaltene Schuhe, möglichst paarweise gebündelt
  • weitere tragbare Textilien
Was mache ich mit stark verschmutzter oder nicht mehr nutzbarer Kleidung?

Nicht jede Textilie gehört in den Altkleidercontainer.

Stark verschmutzte, zerschlissene oder nicht mehr tragbare Kleidung, die nicht mehr sinnvoll wiederverwendet oder verwertet werden kann, gehört weiterhin in den Restmüll. Je nach örtlichem Entsorgungsangebot können dafür auch sogenannte Lumpencontainer genutzt werden.

Bitte solche Textilien nicht in unsere Altkleidercontainer geben. Sie können dort andere Kleidung verunreinigen und erhöhen den Sortier- und Entsorgungsaufwand erheblich.

In den Altkleidercontainer gehört grundsätzlich saubere und tragbare Kleidung, möglichst in einem verschlossenen und gut zugebundenen Beutel.

Was kann ich mit besonders hochwertiger und gut erhaltener Kleidung machen?

Sehr gut erhaltene, hochwertige Kleidung muss nicht unbedingt in den Altkleidercontainer. Wer seinen Kleidungsstücken ein zweites Leben schenken möchte, kann sie in einem unserer Second Hand Kaufhäuser abgeben.

Dort können gut erhaltene Kleidungsstücke weiterverkauft und von anderen Menschen weitergetragen werden. So bleibt die Kleidung im Nutzungskreislauf und wird direkt wiederverwendet.

Unser Tipp: Ist ein Kleidungsstück noch besonders schön, hochwertig und gut erhalten, ist die Abgabe im Karo Kaufhaus eine gute Alternative zum Altkleidercontainer.

Zu unseren KARO-Kaufhäusern

Was gehört nicht in den Altkleidercontainer?

Leider finden unsere Mitarbeitenden zunehmend Dinge, die dort nicht hineingehören, zum Beispiel:

  • Essensreste und andere Lebensmittel
  • Spielzeug
  • Plastik und Verpackungen
  • Pampers
  • Restmüll
  • stark verschmutzte oder nicht mehr tragbare Textilien

Diese Abfälle müssen aufwendig aussortiert und gegebenenfalls separat entsorgt werden. Sie können außerdem andere Kleidungsstücke verunreinigen.

Warum müssen die Kleiderbeutel zugebunden sein?

Verschlossene Beutel schützen die Kleidung vor Feuchtigkeit und Verschmutzung und verhindern, dass einzelne Kleidungsstücke aus den Säcken herausfallen.

Außerdem erleichtern sie unseren Mitarbeitenden die Leerung und Weiterverarbeitung.

Deshalb: Beutel bitte immer gut verschließen bzw. zubinden

Was passiert, wenn ein Container überfüllt ist?

Wenn ein Container überfüllt ist, versuchen wir, so schnell wie möglich zu reagieren. Unsere Container werden grundsätzlich wöchentlich geleert. Wenn es die personellen und logistischen Möglichkeiten zulassen, organisieren wir bei Bedarf auch zusätzliche Leerungen.

Das ist allerdings nicht an jedem Standort und zu jedem Zeitpunkt möglich. Unsere Kapazitäten sind begrenzt, und zusätzliche Leerungen müssen in die bestehenden Touren und Abläufe integriert werden. Deshalb können wir eine kurzfristige Sonderleerung nicht immer garantieren.

Wer einen überfüllten Container bemerkt, kanns uns gerne informieren. So können wir die Situation prüfen und – soweit möglich – entsprechend reagieren.

Bitte unter keinen Umständen Kleidersäcke neben oder vor den Container stellen. Dadurch werden die Textilien häufig nass oder verschmutzt und es entsteht zusätzlicher Aufwand für unsere Mitarbeitenden.

Wenn möglich, kann gerne  ein anderer Altkleidercontainer in der Umgebung genutzt werden.

Alternative Container in der Nähe finden

Warum werden neben den Containern abgestellte Säcke nicht einfach mitgenommen?

Neben dem Container abgestellte Säcke sind nicht Teil der regulären Sammlung. Sie können durch Regen, Schmutz oder Tiere verunreinigt werden und stellen außerdem eine zusätzliche Belastung für die Mitarbeitenden dar.

Deshalb gilt: Bitte niemals etwas neben oder vor den Containern abstellen.

Was passiert mit den gesammelten Altkleidern?

Die gesammelten Textilien werden sortiert. Gut erhaltene und tragbare Kleidung kann wiederverwendet werden. Andere Textilien können – je nach Qualität und Zustand – einer weiteren Verwertung zugeführt werden.

Je stärker Kleidung durch Feuchtigkeit, Lebensmittel oder andere Abfälle verschmutzt ist, desto schwieriger wird eine sinnvolle Weiterverwendung oder Verwertung

Warum braucht es auch Lösungen über die Sammlung vor Ort hinaus?

Die aktuellen Herausforderungen bei der Altkleidersammlung lassen sich nicht allein durch zusätzliche Leerungen oder eine bessere Organisation vor Ort lösen. Die Mengen an Textilien nehmen zu, gleichzeitig ist ein größerer Teil der Kleidung qualitativ schlechter und immer weniger für eine Wiederverwendung oder Verwertung geeignet. Zudem ziehen sich gewerbliche Anbieter zunehmend aus der Sammlung zurück.

Deshalb braucht es aus Sicht des Roten Kreuzes eine stärkere Verantwortung der Textilhersteller.

Mit der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien verbindet sich die Hoffnung, dass Hersteller künftig stärker an den Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung beteiligt werden. Die dadurch entstehenden Mittel sollten aus unserer Sicht dazu beitragen, bestehende Sammelstrukturen langfristig zu sichern und insbesondere gemeinnützige Träger zu stärken.

Denn eine funktionierende Altkleidersammlung ist nicht nur eine Frage der Entsorgung. Sie trägt auch dazu bei, dass gut erhaltene Kleidung weiterverwendet werden kann und wertvolle Ressourcen im Kreislauf bleiben.

Bis dahin setzt das Rote Kreuz im Kreis Borken alles daran, die Altkleidersammlung vor Ort so zuverlässig wie möglich aufrechtzuerhalten.

Warum sammelt das DRK überhaupt Altkleider?

Die Altkleidersammlung ist Teil unserer gemeinnützigen Arbeit und unterstützt unsere Angebote und Strukturen vor Ort.

Damit wir diese Sammlung auch weiterhin möglichst zuverlässig anbieten können, sind wir auf eine möglichst saubere und verantwortungsvolle Abgabe der Kleidung angewiesen.

Unser gemeinsames Ziel: Saubere, tragbare Kleidung soll dort ankommen, wo sie weiterverwendet oder sinnvoll verwertet werden kann – und nicht zusammen mit Restmüll im Container landen.