Borken (drk-press). Lebenslanges Lernen ist längst mehr als ein Schlagwort, es ist eine zentrale Zukunftsaufgabe für Unternehmen, Institutionen und Beschäftigte gleichermaßen. Das wurde beim traditionellen Heringsessen des Roten Kreuzes im Kreis Borken deutlich, zu dem zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sozialwirtschaft und öffentlichem Leben zusammenkamen.
Die Veranstaltung unterstrich einmal mehr ihre Bedeutung als wichtige Plattform der regionalen Netzwerkarbeit: Das Heringsessen gilt als Treffpunkt der Region und als Ort für Austausch, Impulse und gemeinsame Perspektiven.
Mit einem Begrüßungswort eröffnete Silke Sommers, Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Borken, die Veranstaltung. Sie hob insbesondere die Bedeutung des Ehrenamtes hervor und dankte den haupt- und ehrenamtlichen DRK-Kräften für ihren Einsatz – auch während der zurückliegenden Karnevalstage.
Einen fachlichen Impuls lieferte Dr. Therese Rosemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Weiterbildung und lebenslanges Lernen an der Helmut-Schmidt-Universität, die krankheitsbedingt online zugeschaltet war. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Lifelong Learning: betriebliche Bildung als institutionelle Kernaufgabe“ machte sie deutlich, dass Unternehmen und Institutionen vor der Aufgabe stehen, Lernen dauerhaft in ihre Organisationsstrukturen zu integrieren.
Rosemann beschrieb ein Spannungsfeld zwischen individuellen Lernanforderungen und betrieblichen Rahmenbedingungen. Zwar sei Eigeninitiative der Beschäftigten wichtig, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, gleichzeitig brauche es jedoch klare Strukturen, Zeitfenster und passende Angebote seitens der Arbeitgeber. Studien zeigten, dass Weiterbildungsangebote in Unternehmen seit der Corona-Pandemie rückläufig seien – ein Risiko angesichts des digitalen und demografischen Wandels.
Vor diesem Hintergrund wurde beim Heringsessen deutlich: Lebenslanges Lernen gelingt nur dann nachhaltig, wenn Unternehmen Weiterbildung als strategische Kernaufgabe verstehen. Moderne betriebliche Bildung müsse zeit- und ortsflexibel sein, digitale Kompetenzen stärken und selbstgesteuerte Lernpfade ermöglichen. Ein besonderer Fokus liege dabei auf neuen Lernformaten wie Micro-Learning, kurzen digitalen „Lern-Nuggets“ sowie strukturierten digitalen Lernpfaden, die sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Der Wandel von klassischen Printmedien hin zu digitalen Lernangeboten sei dabei längst Realität.
Genau zu diesem Punkt entwickelte das Rote Kreuz im Kreis Borken mit der neuen Plattform DRK-Lifelong Learning einen konkreten Lösungsansatz. Die Plattform bündelt erstmals sämtliche Bildungsangebote und versteht sich als niedrigschwelliger Einstieg in berufliche und persönliche Weiterentwicklung, sowohl für Unternehmen, die verlässliche Rahmenstrukturen für Qualifizierung schaffen möchten, als auch für Menschen, die eigenverantwortlich ihre Kompetenzen ausbauen und neue Lernwege beschreiten wollen.
Weitere Informationen zur Bildungsplattform finden Interessierte unter
www.drk-lifelong-learning.de
In ihrem Schlusswort schlug Silke Sommers den Bogen zum Aschermittwoch als Zeitpunkt der Reflexion. Es sei eine gute Gelegenheit, Ballast abzuwerfen – etwa überholte Strukturen oder Denkweisen – und Raum für neue Ideen zu schaffen. Gleichzeitig dankte sie den DRK-Kräften nochmals für ihren Einsatz während der Karnevalstage: Im Kreis Borken waren 51 Rettungseinsätze mit insgesamt 2.372 Einsatzstunden und 134 Hilfeleistungen erforderlich.
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