Borken (drk-press). Miteinander sprechen und gegenseitig offen sein: Dieser Gedanke von Sara Jrab von der Integrationsagentur und Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit beim Roten Kreuz im Kreis Borken, wurde mit großer Zufriedenheit erfüllt. 110 Gäste aus vielen Nationen nahmen im Borkener Kapitelshaus an einer interkulturellen Iftar teil, dem kulturellen Fastenbrechen an einem Abend während des derzeitigen Ramadans (18. Februar bis 19. März).
Dass gerade in den augenblicklich schwierigen Zeiten „ein Miteinander“ sehr wichtig sei, bekräftigte auch Landrat Dr. Kai Zwicker, einer der Gäste an dem gelungenen Abend im Kapitelshaus, deren Räume erneut von der katholischen St.-Remigius-Gemeinde zur Verfügung gestellt worden waren. Als Behördenleiter der Kreispolizei Borken betonte Zwicker auch die erfolgreiche Integrationsarbeit der Polizei im Kreis Borken, die mit einer größeren Abordnung präsent war.
Ins Gespräch kommen
Silke Sommers, Präsidentin des DRK-Kreisverbandes e. V., sagte das, was alle fühlten auch angesichts aktueller kriegerischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten: „Gerade in der heutigen Zeit ist es noch wichtiger, ins Gespräch und zusammenzukommen sowie den gegenseitigen Dialog zu suchen.“ Umso mehr passe ein Zitat von Margot Friedländer, der 2025 verstorbenen Holocaust-Überlebenden. Sie habe gesagt: „Seid Menschen.“
Im Namen der Stadt Borken unterstrich die stellvertretende Bürgermeisterin Birgitta Niehoff-Elsing, dass solch ein Abend und „ein solches Zusammenkommen ein starkes Zeichen ist für Respekt und Miteinander. Der kulturelle Austausch ist wichitg. Borken ist vielfältig, und in unserer Stadt können die Menschen gut miteinander leben.“
Der Ramadan erinnere daran, dass die Menschen respektvoll miteinander umgehen sollten. Auch gemeinsame Weihnachtsfeiern wie die im Kapitelshaus „geben Zuversicht und stärken den Zusammenhalt. Solche Momente machen Borken aus“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin.
„Vielfalt ist gottgewollt“
Karim Moustafa aus Duisburg, Diplom-Sozialwissenschaftler und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Muslim-Liga, informierte kurz zum Islam und Ramadan. Es gebe weltweit rund zwei Milliarden Menschen muslimischen Glaubens, erklärte der Deutsch-Ägypter. Unter Muslimen spiele Teilen und Geben eine bedeutende Rolle: „Vielfalt ist gottgewollt. Wir sollten sie wertschätzen“, sagte Moustafa. Und auftauchende „Probleme kann man lösen, wenn man redet, so wie wir bei diesem abendlichen Austausch einfach miteinander reden“.
Der Ramadan sei für Muslime ein großes Fest – wie für Christen Weihnachten. Und in dieser Zeit täglich bis zu den Abendstunden nichts zu sich zu nehmen, sei keine Qual, sondern für die meisten eher befreiend: „Der Körper reinigt sich, wenn er über diese Zeit nichts bekommt.“
Anschließend durfte getrunken und gegessen werden: Familien aus zahlreichen Ländern wie Libanon, Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Algerien und Pakistan hatten in mühevoller und emsiger Arbeit die Iftar vorbereitet und freuten sich, dass das reichhaltige Büfett allen schmeckte.

