Wochen gegen Rassismus 15.-28.03.2021Wochen gegen Rassismus 15.-28.03.2021

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Internationale Wochen gegen Rassismus: 15. - 28. März 2021

Kontakt

Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit

Sarah Kattenbeck

Tel. 02562 9082120
Mobil 01761 8029134
antidiskriminierung(at)drkborken.de 

Gildehauser Str. 2-4
48599 Gronau

Sprechzeiten

Termine finden nach Vereinbarung statt. Auch Online-Beratungen sind möglich.

#drkgegenrassismus #solidarität #grenzenlos

Was sind die Wochen gegen Rassismus?

Die Wochen gegen Rassismus finden in Deutschland jedes Jahr in den letzten beiden Märzwochen statt. In diesem Jahr vom 15.03.-28.03.2021. Das Motto 2021 lautet: „Solidarität. Grenzenlos.“ Anlass ist der 21. März, der Internationale Tag gegen Rassismus. Dieser erinnert an den 21. März 1960. An diesem Tag wurden in Südafrika 69 Menschen von Polizisten getötet und viele weitere verletzt, als sie friedlich gegen die Apartheit demonstrierten. Dies führte dazu, dass die Vereinten Nationen im Jahr 1966 den 21. März zum „Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“ ausriefen. Seit 1979 fanden international Aktionswochen statt.

In Deutschland hat seit 1995 an der Interkulturelle Rat die Initiativen und Aktivitäten rund um den 21. März koordiniert. Weil es eine Vielzahl an Veranstaltungen gab, wurde der Aktionszeitraum auf zwei Wochen ausgeweitet. Seit 2014 gibt es die gemeinnützige Stiftung gegen Rassismus, die die Aktivitäten koordiniert – auch um eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und eine breite Strahlkraft zu erzielen. Weitere Informationen finden sich unter: https://stiftung-gegen-rassismus.de.

  • Warum begehen wir als Rotes Kreuz im Kreis Borken die Wochen gegen Rassismus?

    Als Rotes Kreuz im Kreis Borken haben wir uns bereits vor einigen Jahren auf den Weg gemacht: Wir haben einen interkulturellen Öffnungsprozess angestoßen und konnten bereits einiges erreichen. 

    Als internationale Organisation ist es unser Ziel, für alle Menschen da zu sein – unabhängig von beispielsweise Nationalität, Weltanschauung, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung. 

    Im Kreis Borken leben Menschen aus fast allen Nationen dieser Welt. Sie sind hier schon seit Jahrzehnten heimisch oder gerade erst zugewandert. Für uns als Mitarbeitende des Roten Kreuzes im Kreis Borken gibt es jeden Tag aufs Neue vielseitige Begegnungen mit verschiedenen Zielgruppen. Als Rotes Kreuz arbeiten wir gemeinsam mit und für Menschen aller Altersgruppen, mit und ohne körperliche oder psychische Einschränkungen.

    Die Vielfalt der Menschen im Kreis Borken ist groß. Umso größer ist die Herausforderung, ihnen in unserem Arbeitsalltag gerecht zu werden und ihnen eine rassismuskritische und diskriminierungsfreie Begegnung mit dem Roten Kreuz zu ermöglichen. Deswegen ist es uns wichtig, in den Wochen gegen Rassismus auf das Thema aufmerksam zu machen und uns zu positionieren. Denn: Wer sich nicht klar gegen Diskriminierung positioniert, bezieht auch Position. Wir möchten Diskriminierung ansprechbar machen. Nur dann können wir aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus vorgehen.

    Uns ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen: Diskriminierung und Rassismus dürfen keinen Platz haben. Wir reagieren nicht nur, wir arbeiten auch aktiv gegen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Denn unser allererster Rotkreuz-Grundsatz lautet: Menschlichkeit.

  • Was sagen die Rotkreuz-Grundsätze zum Thema Diskriminierung?

    Die Antidiskriminierungsarbeit ist in unseren Grundsätzen angelegt und bildet dadurch die Grundlage unserer Arbeit. Die Grundsätze des Roten Kreuzes lauten: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität. Sie gelten überall auf der Welt. 

    Neben dem Rotkreuz-Grundsatz der Menschlichkeit stehen die Grundsätze der Unparteilichkeit und der Neutralität dafür, nicht nach Nationalität, „Rasse“, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung zu unterscheiden. Wir enthalten uns zu jeder Zeit politischen, ethnischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen. Dies ist ein Grundprinzip des Roten Kreuzes.

    Die Antidiskriminierungsarbeit ist also bereits in unseren Grundsätzen angelegt. Sie bildet die Grundlage unserer Arbeit und findet sich in allen unseren Arbeitsfeldern wieder. 

  • Warum ist die Antidiskriminierungsarbeit für das Rote Kreuz wichtig?

    Unser Ziel ist, dass alle Menschen im Roten Kreuz gleichberechtigt mitwirken. Sie sollen einen vollwertigen Zugang zu den Angeboten des Roten Kreuzes erhalten. Sie sollen sich selber in unsere Organisation einbringen. Unabhängig von beispielsweise ihrem Aussehen, ihrer religiösen oder sexuellen Orientierung oder Behinderung.

    Wir setzen uns für benachteiligte Gruppen und Personen ein und unterstützen diese mit unseren Angeboten. Dies gilt für das Haupt- und auch das Ehrenamt. 

    Das heißt auch: Wir alle begegnen jeden Tag Menschen, für die Diskriminierung eine alltägliche Erfahrung ist. Diskriminierung prägt Menschen und beeinflusst ihr Verhalten. Damit wir hiermit einen guten Umgang finden, ist es wichtig, eine vielfaltssensible und diskriminierungskritische Haltung zu entwickeln. Dies gilt für alle Mitwirkenden. Denn jeder Mensch kann von Diskriminierung betroffen sein. Und jeder kann andere Menschen diskriminieren, mit und ohne Absicht.

    Auch bei uns gibt es institutionelle Barrieren, die Teilhabe verhindern. Zum Beispiel stellen wir fest, dass das Rote Kreuz noch nicht in vollem Umfang die gesellschaftliche Vielfalt in all ihren Facetten abbildet. Manchmal wirken wir nach außen hin wie eine geschlossene Gemeinschaft. Dies wirkt – obwohl unbeabsichtigt – für einige Gruppen abschreckend und es fällt manchen Menschen schwer, sich dauerhaft wohlzufühlen. 

    Antidiskriminierungsarbeit im Roten Kreuz bedeutet für uns, als Verband klare Position gegen Diskriminierung zu beziehen und die Antidiskriminierungsarbeit als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen zu verankern. Ein sensibler Umgang mit Menschen, die besonderen Diskriminierungsrisiken ausgesetzt sind, setzt auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Themenfeld und einen Prozess der Selbstreflexion voraus. Unser Ziel sollte es sein, die Menschen, denen wir in unserer alltäglichen Arbeit begegnen, zu stärken.

    Wir verstehen Diskriminierung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deswegen sehen auch wir uns in der Verantwortung, die Antidiskriminierungsarbeit in allen Bereichen zu etablieren und zu verankern.

  • Was ist Diskriminierung?

    Als Diskriminierung verstehen wir die ungerechtfertigte Benachteiligung von Menschen. Menschen werden schlechter behandelt, weil man ihnen Merkmale zuschreibt, zum Beispiel: 

    • soziale oder kulturelle Herkunft
    • Geschlecht
    • Alter
    • sexueller Orientierung/ Identität
    • Religion
    • Behinderung
    • und vielem mehr.

    Dies geschieht bewusst oder unbewusst. 

    Wichtig ist: Nicht jede Ungleichbehandlung ist Diskriminierung. Zum Beispiel dürfen Kinder und Jugendliche nicht jeden Film im Kino sehen. Dies ist keine Diskriminierung, denn es gibt einen Grund: das Jugendschutzgesetz.

    Diskriminierung kommt überall im Alltag und in allen Lebensbereichen vor – zum Beispiel:

    • in der Schule
    • bei Behörden 
    • am Arbeitsplatz
    • in öffentlichen Verkehrsmitteln
    • aber auch in den Medien oder der Gesetzgebung.
  • Welche Auswirkungen hat Diskriminierung?

    Menschen, die Diskriminierung erleben, machen oft die Erfahrung, dass sie nicht ernst genommen werden. Manchmal heißt es „So war es doch nicht gemeint, das war nur ein Witz“. Und manchmal wird den Opfern sogar die Schuld zugeschoben. Diskriminierung anzusprechen erfordert viel Mut.

    Für Menschen, die diese Erfahrungen machen – manche Menschen erleben dies Tag für Tag – hat dies verschiedene Folgen. Diskriminierung beeinflusst das eigene Sicherheits- und Schutzgefühl. Menschen reagieren wütend, ängstlich oder verzweifelt und hilflos. Menschen ziehen sich aus der Gesellschaft zurück und fühlen sich ihr nicht zugehörig. Diskriminierung hat für Betroffene oft auch gesundheitliche und finanzielle Folgen – etwa wenn sie einen Arbeitsplatz nicht bekommen.

  • Was kann ich gegen Diskriminierung tun?

    Jeder und jede Einzelne kann diskriminierend handeln. Jeder hat die Verantwortung hinzusehen, damit kein Mensch benachteiligt, ausgeschlossen und herabgewürdigt wird.

    Jeder Mensch muss sich damit auseinandersetzen, wie er mit Diskriminierung umgeht – sowohl als Betroffener als auch als Zeug*in.

    Hier einige Tipps:

    • Nehmen Sie betroffene Personen bzw. Ihre eigenen Gefühle mit Diskriminierungserfahrungen ernst. 
    • Sie sind Zeuge bzw. Zeugin von Diskriminierung? Sprechen Sie die beteiligten Personen an. Suchen Sie das Gespräch mit der Person, die diskriminierend handelt.
    • Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle.
  • Welche Rechte habe ich bei Diskriminierung?

    Wenn Sie diskriminiert werden, haben Sie das Recht, sich dagegen zu wehren! Es gibt verschiedene Gesetze, die Sie vor Diskriminierung schützen. Es ist wichtig, zu wissen, dass es manchmal Fristen gibt. Wenn Sie diskriminiert wurden und sich dagegen wehren möchten, müssen Sie dies innerhalb einer bestimmten Zeit tun. Informationen hierzu erhalten Sie zum Beispiel bei unserer Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit Diese berät Sie kostenlos. Wichtig ist es auch, dass Sie Beweise sichern:

    • Sprechen Sie Zeugen und Zeuginnen an und notieren Sie die Kontaktdaten. Wer hat den Vorfall beobachtet, z.B. Passant*innen, oder Kolleg*innen?
    • Protokollieren Sie den Vorfall (Gedächtnisprotokoll).
    • Sammeln Sie wichtige Dokumente. Welche Belege gibt es für die Diskriminierung?
    • Machen Sie ggf. Fotos, Screenshots etc., um die Diskriminierung beweisen zu können.

    Es ist gut, wenn Sie die nächsten Schritte gemeinsam mit der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit abstimmen.

  • Wie kann ich bei diskriminierenden / rassistischen Aussagen reagieren?

    Grundsätzlich gilt: In Gruppen und in der Öffentlichkeit sollte rassistischen und diskriminierenden Äußerungen immer widersprochen werden. Dies ist wichtig, um zu zeigen, dass man mit der Diskriminierung nicht einverstanden ist. Eine klare Reaktion stärkt die Betroffenen. Sie ist für weitere Anwesende eine Orientierung und kann übergriffige Personen stoppen oder verunsichern.

    Das Problem ist: Oft überrascht eine diskriminierende Aussage. Daher ist es wichtig, sich immer wieder auf diskriminierende Situationen vorzubereiten. Gerne können Sie bei Interesse Kontakt mit dem Arbeitskreis Antidiskriminierungsarbeit aufnehmen.

    Zunächst einmal: Bleiben Sie ruhig. Es ist wichtig, die Situation richtig einzuschätzen, auch um sich selbst nicht zu gefährden. 

    Hier ein paar Hinweise und Überlegungen: 

    Überlegen Sie: Wie ist die Situation? 
    • Worum geht es? Ein Witz, eine unbedachte Bemerkung, eine gezielte Provokation?
    • Wer hat die Äußerung gemacht? (z.B. ein*e Freund*in, ein* Lehrer*in, ein*e Politiker*in, Ihr*e Chef*in…)
    • Handelt es sich um eine einmalige Situation oder wiederholt sich die Diskriminierung?

     

    Überlegen Sie: Wie ist Ihre Position? 
    • Sind Sie zufällig anwesend? 
    • Sind Sie von der Äußerung betroffen? 
    • Stehen Sie z.B. als Autorität (z.B. Lehrer*in, Klassensprecher o.ä.) im Fokus? 
    • Sind Sie in einem Abhängigkeitsverhältnis?
    • Wer ist die Person, die sich rassistisch geäußert hat? Wie „tickt“ sie?
    • Sind Sie alleine oder haben Sie andere Menschen auf Ihrer Seite? Gibt es möglicherweise Verbündete?

     

    Überlegen Sie: Was wollen Sie erreichen?
    • Wollen Sie den anderen zurechtweisen? Oder wollen Sie den anderen informieren, damit dieser seine Meinung ändert? 
    • Wollen Sie sich positionieren, um zu klar zu machen, dass Sie die Aussage nicht unterstützen? 
    • Wollen Sie, dass später ein Austausch über die Äußerung stattfinden kann (z.B. in der Pause)?

     

    Schätzen Sie Ihre Möglichkeiten ein!
    • Ist es sinnvoll, mich jetzt einzuschalten?
    • Bringe ich mich selbst in Gefahr?
    • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
    • Wieviel Zeit haben Sie, um auf die Äußerung zu reagieren?
    • Inwieweit wäre die Person gegenüber bereit, Ihnen zuzuhören?
    • Inwieweit ist es möglich, einen Perspektivwechsel zu ermöglichen? 

     

    Sie haben sich dafür entschieden, die andere Person anzusprechen?

    Hier ein paar Tipps zur Ansprache.

     

    Sie sehen keine Möglichkeit, die Diskriminierung anzusprechen?
    • Stehen Sie auf und gehen weg. Machen Sie deutlich, warum Sie gehen.
    • Überlegen Sie sich, ob es später noch Möglichkeiten gibt, die Diskriminierung anzusprechen. Schreiben Sie ggf. ein Gedächtnisprotokoll.
    • Die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit hilft Ihnen, Ihre Erfahrungen zu reflektieren.  

     

    Sie haben den Eindruck, die rassistische Äußerung kommt aus rechtsextremistischen Motiven?

    Ggf. können Sie rechtliche Schritte (z.B. Volksverhetzung oder Aufstachelung zum „Rassen“hass) in die Wege leiten. Sollte dies der Fall sein, holen Sie sich Unterstützung und lassen Sie sich beraten! 

  • Wie kann ich als Betroffene*r Diskriminierung ansprechen?

    Sie möchten ein Gespräch mit der Person oder Organisation suchen, die diskriminierend handelt? Vielleicht haben Sie Angst, die Diskriminierung anzusprechen, weil Sie niemanden verletzen möchten? Oder Sie sind von einem Amt oder einer Behörde abhängig und haben Angst, dass Ihnen Leistungen gekürzt werden? Hier ein paar Tipps:

    • Bleiben Sie ruhig. Lassen Sie sich nicht provozieren. Dies ist wichtig: Oft nutzen die Diskriminierenden dies, um Sie (!) anzuzeigen. Dann ist es für Sie schwer, für Ihre Rechte zu kämpfen.
    • Nehmen Sie Ihre eigenen Gefühle mit Diskriminierungserfahrungen ernst. 
    • Überlegen Sie sich, inwieweit es möglich ist, die Diskriminierung anzusprechen.
    • Suchen Sie sich ggf. Verbündete oder weitere Betroffene, sprechen Sie sie direkt an. 
    • Lassen Sie sich ggf. Kontaktdaten von Zeug*innen geben.
    • Schreiben Sie ein kurzes Gedächtnisprotokoll.
    • Informieren Sie sich über wichtige Ansprechpartner und Ihre Rechte.

     

    Sie sind unsicher, welche Schritte Sie noch unternehmen können? Oder Sie benötigen Unterstützung dabei, das Erlebte zu verarbeiten?

    Sie können sich an die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit wenden. Diese kann Sie z.B. zu einem Gespräch begleiten oder Ihnen dabei helfen, einen Beschwerdebrief zu schreiben. Versuchen Sie, eine Sprache für Ihre Erfahrungen zu finden. Es kann helfen, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Gemeinsam sind Sie stärker!

     

    Sie haben sich dafür entschieden, die andere Person anzusprechen? Hier ein paar Tipps für das Gespräch:

    Fragen Sie nach, um die andere Person zum Nachdenken zu bringen, beispielsweise.:

    • Glaubst du das wirklich?
    • Kannst du mir das genauer erklären?
    • Welche Erfahrung hast du gemacht?  
    • Lass uns nur über dieses konkrete Thema reden…

     

    Versuchen Sie eine Sprache für Diskriminierung zu finden. Zeigen Sie ggf. Emotionen und persönliche Betroffenheit, aber bleiben Sie sachlich und logisch:
    • Ich habe die Erfahrung gemacht…
    • Für mich ist diese Aussage sehr schlimm…
    • Ich empfinde diese Aussage als…

     

    Manchmal kann Humor kann helfen, die Situation zu entspannen. Überlegenheit und Moralisieren provoziert häufig Widerstand.

     

    Erklären Sie – aber beachten Sie auch: Viele Menschen wollen nur ihre Meinung loswerden. Bei Gegenrede fühlen sich schnell überfordert oder sind nicht bereit, Ihnen zuzuhören. Hier ist es ggf. wichtig, die Person schnell auszubremsen:
    • Was sind die Hintergründe?
    • Korrigieren Sie falsche Informationen
    • Ich bin nicht Ihrer Meinung. Aber ich denke auch, wir sollten uns hierzu in der Pause unterhalten…
       
  • Wie unterstütze ich Menschen, die diskriminiert werden?

    Sie möchten Ihre*n Angehörige*n, Ihre*n Freund*in oder eine*n Klient*in unterstützen? Vielleicht fühlen Sie sich hilflos. Vielleicht wissen Sie nicht, wie Sie mit dem Betroffenen umgehen können oder was die beste Hilfe ist. Hier ein paar Tipps:

     

    • Informieren Sie sich. Setzen Sie sich selbstständig mit der Diskriminierung auseinander. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich zu informieren. www.interkulturelles-netzwerk-westmuensterland.de 
    • Der/Die Betroffene ist kein Lexikon für Sie. Es kann sein, dass es ihr/ihm schlecht geht, wenn Sie ihn über Diskriminierung und das Erlebte ausfragen.
    • Nehmen Sie betroffene Person ernst. Belehren Sie nicht. Hören Sie gut zu. Fragen Sie sensibel nach.

     

    Sie sollten wissen: 
    • Diskriminierung greift die Würde des Menschen an. 
    • Die Erfahrung kann eine große Last für Ihre*n Angehörige*n sein. 
    • Es kann sein, dass Ihr*e Angehörige*r Angst hat, Diskriminierung anzusprechen und sich zu wehren. 
    • Es kann sein, dass er oder sie keine Kraft hat, um Veränderungen einzufordern 

     


    Sprechen Sie Diskriminierung an: Schweigen andere Menschen bei Diskriminierung, löst dies bei Betroffenen Zweifel an der eigenen Wahrnehmung aus. Dies verstärkt negative Gefühle wie Wut, Hilflosigkeit und Verzweiflung, Einsamkeit, Verbitterung, Scham, … 

     

    Fragen Sie nach Ängsten und Sorgen. Fragen Sie nach den Wünschen. Helfen Sie der betroffenen Person, sich über die eigenen Ziele klar zu werden:
    • Was will ich?
    • Was kann ich erreichen?
    • Bin ich bereit, eine Eskalation im Streit einzugehen?
    • Was hilft mir, damit es mir bessergeht?

     

    Solidarisieren Sie sich mit betroffenen Menschen. 
    • Stellen Sie sich öffentlich an ihre Seite. 
    • Lassen Sie nicht zu, dass die Betroffenen ausgegrenzt werden. 
    • Lassen Sie nicht zu, dass den Betroffenen eine Mitschuld an der Tat zugeschrieben wird.
    • Machen Sie nichts, was nicht mit dem Betroffenen abgestimmt ist. Auch wenn Sie denken, dass Sie den besten Weg kennen.
    • Suchen Sie sich Unterstützung – zum Beispiel andere Familienmitglieder oder Freunde. 
    • Begleiten Sie zu wichtigen Terminen (z.B. Ärzt*innen, Anwält*innen oder Polizei).
    • Nehmen Sie auch Ihre eigenen Gefühle mit Diskriminierungserfahrungen ernst. Kommunizieren Sie Ihrer*m Angehörigen klar Ihre eigenen Grenzen. 
    • Informieren Sie sich über Ihre Rechte.
    • Lassen Sie sich professionell beraten. 
  • Wie kann ich auf einen Diskriminierungsvorwurf reagieren?
    Es ist wichtig zu wissen

    Jeder Mensch kann diskriminieren. Auch ohne schlechte Absichten, also ungewollt. Für Menschen, die Diskriminierung erleben, ist es häufig sehr schwer, diese anzusprechen. Häufig bekommen sie zu hören: „Das war nicht so gemeint“ oder „Du bist zu sensibel“. Und es kann auch vorkommen, dass das Opfer für die Diskriminierung mit verantwortlich gemacht wird. Daher ist es wichtig, Menschen zu ermutigen, die sich trauen, Diskriminierung anzusprechen. Es ist wichtig, über Diskriminierung zu reden. 
    Es ist auch wichtig, sich mit der eigenen Rolle auseinanderzusetzen: Werden Sie vom Gegenüber als Angehöriger einer benachteiligten oder privilegierten Gruppe wahrgenommen? Findet der Kontakt auf Augenhöhe statt? 


    Hier ein paar Tipps
    • Bleiben Sie ruhig. Ziehen Sie in Betracht, dass Ihr Handeln oder Ihre Aussage bei der Person gegenüber anders angekommen ist als Sie gedacht hätten.
    • Es kann sein, dass Ihnen die Diskriminierung nicht bewusst war. Es kann sein, dass Ihnen wichtige Informationen fehlen. Zum Beispiel darüber, warum manche Begriffe als diskriminierend empfunden werden.
    • Die diskriminierende Wirkung einer Benachteiligung ist unabhängig davon, ob sie beabsichtigt ist oder nicht. 
    • Hören Sie zu und zeigen Sie wahres Interesse am Gespräch.
    • Schaffen Sie die Grundlage für ein sachliches Gespräch.
    • Fragen Sie nach: Was versteht die andere Person unter Diskriminierung? 
    • Wenn Sie sich überfordert fühlen oder Ihnen notwendige Informationen fehlen, bitten Sie um Bedenkzeit. Vereinbaren Sie einen weiteren Termin, damit beide Seiten sich auf das Gespräch vorbereiten können.
    • Informieren Sie sich, ggf. können Sie externe Meinungen miteinbeziehen? 
    • Positionieren Sie sich: Entschuldigen Sie sich gegebenenfalls. Oder erklären Sie aus Ihrer Sicht ruhig und sachlich, warum Sie bei Ihrer Meinung / Vorgehensweise bleiben (müssen).


    Vielleicht hilft es Ihnen auch zu wissen: Es gibt verschiedene Ebenen von Diskriminierung. Wenn Ihnen jemand Diskriminierung vorwirft, bezieht sich dies nicht unbedingt auf Ihre persönlichen Einstellungen. Es kann sein, dass es an Ihrem Arbeitsplatz institutionalisierte Abläufe oder Organisations-Routinen gibt, die zu Benachteiligungen führen, ohne dass Ihnen dies bewusst ist. Wenn Sie Diskriminierung abbauen möchten, müssen Sie also auch verschiedene Strategien entwickeln. Hierbei hilft es, denjenigen zuzuhören, die den Mut finden, Diskriminierung anzusprechen. Hier finden Sie weitere Unterstützung.
     

  • Welche Ansprechpartner gibt es?

     

    Bei Bedarf können wir Kontakt zu weiteren Ansprechpartner*innen und Beratungsstellen herstellen.
     

  • Wo finde ich weitere Informationen?